Zu viel Kaffee getrunken?

Kaffee wirkt bei jedem anders: Morgenmuffel kommen schneller in Fahrt, Hektiker werden nervöser - Feinkost Shop
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Ein Koffeinrausch oder Kaffeeschwips ist nicht angenehm. Wie man ein Zuviel an Kaffee wieder abbaut und zur Ruhe kommt.

Das Herz rast, der Kopf ist schwer, der Mund trocken und beim Sprechen verhaspeln wir uns, weil wir schneller denken als sich die Zunge bewegt. Das alles sind Symptome, die wir wegen unserer Liebe zum Kaffee entwickelt haben. Noch Stunden später kann zu viel Kaffee Kopfsausen verursachen, und es dauert, je nach Veranlagung, manchmal den ganzen Tag, um vom Koffeinrausch wieder herunter zu kommen.

Der Kaffeeschwips – was sind die Symptome?

Zeichen des Zuviel an Kaffee sind bei den meisten Menschen: Unruhe, Herzklopfen, Ohrensausen, Zittern und Schweißausbrüche. Mediziner nennen den Rausch dann umgangssprachlich Kaffeeschwips, der durch Überdosierung entstand. Nach der Unruhe und Schlaflosigkeit tritt bei Vielen als Folge Erschöpfung auf. Jetzt droht ein verzwickter Kreislauf: So mancher Kaffeetrinker, der am Nachmittag müde wird, greift zu einer dritten oder vierten Tasse Kaffee als Muntermacher.

Wie wirkt der Kaffee nun genau auf unseren Körper?

Die meisten glauben, nur das Alkaloid Koffein sei an der ganzen Aufregung schuld. Zwar ist Koffein ein kreislaufwirksamer Stoff, der Durchblutung von Herz und Gehirn steigert. Besonders am Morgen werden träge funktionierende Hirn- und Nervenzellen vom Koffein angetrieben. Reaktionsvermögen, Fantasie und schnelles Denken werden angeregt. Oft geht das aber auf Kosten der Genauigkeit der Ausführung. Außer Koffein stecken im Kaffee aber noch andere Stoffe wie Kaffeegerbsäure und Röstfett, die auch belebend wirken. Nicht immer wirkt stark schmeckender Kaffee derartig stark anregend. Eine abgestandene Tasse Filterkaffee im Büro kann hingegen extreme Wirkung zeigen. Filterkaffee ist oft koffeinhaltiger als ein Tässchen Espresso. Der beim Espresso verwendete Arabica enthält nur 1,1 bis 1,7 Prozent Koffein, während in Robusta-Bohnen bis zu 4,5 Prozent Koffein stecken kann.

Komisch! Kaffee wirkt auf Jeden anders

Die einen regt Kaffee an, die anderen auf. Wer von Natur aus einen schnellen Stoffwechsel hat, baut auch das Koffein schneller ab. Werden täglich große Mengen Kaffee über längere Zeit getrunken, entsteht ein Gefühl der Abhängigkeit. Denn für manche ist der Duft von frisch gebrühtem Kaffee durch nichts zu ersetzen. Ein weiteres Rätsel des Kaffees ist wohl, dass er am Morgen andere Mechanismen in der Körperregulation auslöst als am Abend. So kann ein Morgenmuffel, der nur mühsam in Gang kommt, durch Kaffee besonders belebt werden. Wer sich aber ohnehin schon im leistungsbereiten Zustand befindet, könnte durch Kaffee aufgepeitscht und umso schneller müde werden. Am Abend braucht ein Hektiker und lebhafter Mensch dann länger, um zur Ruhe zu kommen, wenn er überreizt ist. Ein ruhiger Mensch erfährt hingegen nochmal einen Leistungsschub, ohne sich dabei zu verausgaben.

Wie kommen wir wieder vom Kaffeerausch herunter?

Im Grunde muss man vor allem Geduld haben. Das Koffein wirkt nach 30 bis 45 Minuten im Körper und erreicht nach 1,5 Stunden seine maximale Konzentration im Blut. Je nach Konstitution des Kaffetrinkers wird Koffein nach 1,5 bis 5 Stunden abgebaut. Derweil sollten wir Wasser trinken, Obst essen und spazieren gehen. Wer mit einem Kaffeerausch am Computer sitzt, wird hysterisch in die Tasten hauen, ein übernächtigter Pilot im Sturzflug die Landebahn anpeilen. Es hilft auch, die Energie in Bewegung zu lenken, statt zu versuchen, sich ruhig zu halten. Leichter Sport wie lockeres Jogging kann die Abbauprozesse im Körper ankurbeln. So mancher erfahrene Kaffeejunkie rät auch zu einem Glas Milch oder einem Joghurt.

Wie vermeide ich den nächsten Rausch?

Möglichst etwas essen zum Kaffee und immer einen kühlen Kopf bewahren. Beim Bewerbungsgespräch oder Kaffeeklatsch lieber einmal Nein sagen oder von der angebotenen Tasse langsam trinken. Gegen den Morgenkaffee ist nichts einzuwenden, wenn daraus nicht noch ein Vormittags-, Verdauungsnachmittags- und Abendkaffee wird. Wer seine 3 bis 4 Tassen am Tag dennoch braucht, sollte lieber auf koffeinarme oder entkoffeinierte Sorten umsteigen. Die enthalten immer noch eine kleine Menge Koffein, Gerbsäuren und andere anregende Stoffe, so dass der Aufwach-Effekt trotz koffeinfreien Kaffees eintritt.

Welche Kaffeesorten schmecken gut, sind stark und enthalten doch weniger Koffein?

Koffeinfreier Kaffee darf laut Gesetz nur 0,1 Prozent Koffein enthalten. Eine 100-prozentige Entkoffeinierung ist aber technisch kaum möglich. Jahrelang hatten die Kaffeeanbieter mit Varianten experimentiert, um Koffein zu entziehen, ohne den Geschmack zu sehr zu beeinträchtigen. Mit Hilfe natürlicher Quellenkohlensäure werden die koffeinhaltigen Bohnen entkoffeiniert. Heute gibt es koffeinarme Kaffeesorten in großer Auswahl zu kaufen. So einige Koffeinbewusste schwören auf Prodomo Dallmayr. Kaffee Hag, Idee-Kaffee oder Jacobs koffeinfreie Krönung schnitten bei Testberichten ebenso gut ab. „Onko entkoffeiniert“ wird vor allem von älteren Kunden gemocht, weil er preislich günstig ist und kräftig schmeckt (2,99 Euro/Pfund). Nachteilig seien allerdings seine „feinen, säuerlich, herben Nuancen“.

Was tun vor dem Schlafengehen?

Fernsehen oder Freunde anrufen und sich müde quasseln. Tja, im Ernst, ein richtiges Gegenmittel für einen Kaffeerausch am späten Abend gibt es kaum. Kann ein Glas Bier und ein gutes Essen helfen? Nur bedingt. Alkohol kann bei vielen (besonders Frauen) für Schlafstörungen sorgen. Wer am Abend einen starken Kaffee getrunken hat, muss sich etwas einfallen lassen, um wieder müde zu werden. Der Muntermacher agiert besonders stark kurz nach der Aufnahme durch den Körper und bleibt dann 5 bis 6 Stunden aktiv. Wasser, Wasser, Wasser zum Entgiften trinken und dazu einen langweiligen Film bei gedämpftem Licht sehen. Zu empfehlen sind auch Einschlaftees mit Melisse, Hopfen oder Baldrian, womit der Körper wieder ausbalanciert wird. Die wirken aber oft auch erst nach 1 bis 2 Stunden.

Ist zu viel Kaffee nun wirklich schädlich?

Auch über diese Frage streiten sich Experten, seitdem die Azteken ihren ersten Kaffee schlürften. Wer viele Jahre lang mehr als 5 Tassen am Tag trinkt, zählt schon zu den Süchtigen. Wer andererseits sein Leben lang regelmäßig Kaffee in Maßen (1-3 Tassen am Tag) trinkt, verträgt ihn besser, schadet dafür aber auf Dauer vielleicht seinen Knochen. Die Rückgewinnung von Kalzium wird in der Niere durch zu viel Kaffee für etwa 3 Stunden gestört. Besonders Frauen sind von der Knochenerweichung (Osteoporose) betroffen. Einen oder zwei Kaffee am Tag wird der Körper schon verkraften, wenn man dazu isst und genug andere Flüssigkeit trinkt. Allerdings wird man dann wohl des Öfteren aufs stille Örtchen müssen, da Kaffee die Nierentätigkeit anregt. Empfindliche Kaffeetrinker sollten sich vor einer langen Autofahrt überlegen, wo die nächste Raststätte ist.

Quellen:

  • Deutscher Kaffeeverband Hamburg
  • Senti Handelsunternehmen Feinkost-Shop
Louis M. Blank, Blank

Louis Max Blank - Journalist auf Reisen

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