
- Kinder helfen auch im Garten gern. - Rita Köhler
Für viele Eltern beginnt nach der Elternzeit der ganz normale Arbeitsalltag. Die Kinder gehen tagsüber in die Kindertagesstätte oder werden von einer Tagesmutter betreut. Zusammen verbringt man dann den Abend, die Wochenenden und die Urlaube. Entscheiden Mutter oder Vater sich jedoch dafür, das Kind weiter Zuhause zu erziehen, gestaltet sich der Familienalltag ganz anders. Es gilt, Haushalt, Kind und Familie unter einen Hut zu bringen und dem Alltag eine sinnvolle Struktur zu verleihen.
Die Bedeutung von Routine und Struktur
Routine wird oft mit Langeweile oder Spießertum in Verbindung gebracht. Das nötige Maß immer wiederkehrender Strukturen jedoch erleichtert das Alltagsmanagement und verhindert, dass man Kraft in Dinge steckt, die ganz einfach jeden Tag erledigt werden müssen. Kindern ermöglichen feste Eckpunkte in ihrem Tagesablauf, sich sicher und frei entfalten zu können, weil sie sich um die Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse wie Schlaf, Hunger und Sicherheit keine Sorgen machen müssen. So können sie in einem festgesteckten Rahmen mit der ihnen angeborenen Neugierde die Welt entdecken.
Erfolgt die Gestaltung des Alltags nach festen Zeiten und Abläufen, wissen Kinder irgendwann, dass die Eltern ihre Aufmerksamkeit eben nicht immer ausschließlich ihnen widmen können, sondern sich auch ums Kochen und den Haushalt kümmern müssen. Nach und nach können kleine Kinder so lernen, diese Zeiten zu nutzen, um alleine zu spielen oder einfach im Haushalt mitzumachen. Zwar verlangt es viel Geduld, wenn ein Zweijähriger selbst den Staubsauger in die Hand nehmen muss, aber nimmt man sich die Zeit, die Dinge zu erklären, können beide Seiten viel lernen und dem Kind wird die nötige Zuwendung zuteil.
Natürlich ist es nicht immer möglich, die einmal gefundene Routine beizubehalten und sich an die eingependelten Essens- und Schlafenszeiten zu halten. Ausnahmen sollten möglich sein und können auch von allen Familienmitgliedern entspannt genossen werden. So ist ein Märchenabend, wenn die Kleinen einmal krank sind und partout nicht schlafen können, auch für die Eltern eine kuschelige Angelegenheit. Dennoch hilft die Beibehaltung einer festen Tagesstruktur, den Alltag leichter zu organisieren.
Zeiten für Spiel und Spaß
Damit Kinder Sprache, Koordination und soziales Verhalten erlernen können, ist es notwendig, sich ausschließlich mit ihnen zu beschäftigen. Auch wenn man wenig Zeit hat, sollte eine halbe Stunde am Tag als feste Spielzeit eingeführt werden. Kinder merken sofort, wenn Erwachsene ihnen nicht die volle Aufmerksamkeit widmen. Daher sollte man, wenn man mit ihnen spielt, versuchen, auch wirklich den Kopf frei zu haben. Mit dem Kind zu puzzlen, während man mit der besten Freundin telefoniert, ist zwar durchaus legitim, kann aber nicht wirklich als effektiv mit dem Kind verbrachte Zeit gelten.
Quelle:
Dr. Ward, Sally: Babysprache. Babytalk. Wie Eltern die Intelligenz ihrer Kinder fördern können. Frankfurt 2008.
