Zum 200. Geburtstag von Robert Schumann (1810-1856): ein Porträt

Robert Schumann (1810-1856) - Tatjana Alisch
Robert Schumann (1810-1856) - Tatjana Alisch
Am 8. Juni 2010 wird der 200. Geburtstag von Robert Schumann, einem der größten deutschen Komponisten der Romantik, gefeiert.

Gleich mehrere Städte können sich mit Recht "Schumann-Stadt" nennen: Zwickau, Leipzig, Dresden, Düsseldorf und Bonn waren wichtige Stationen im Leben Robert Schumanns. Sie alle haben sich mit Ausstellungen, Konzertreihen und Vorträgen für das Jubiläum des großen Romantikers gerüstet.

Robert Schumann in Zwickau

Am 8. Juni 1810 wurde Robert Schumann als Sohn des angesehenen Buchhändlers und Verlegers August Schumann und seiner Frau Christine in Zwickau geboren. Sein Geburtshaus, in dem sich heute neben einem Museum der Sitz der Robert-Schumann-Gesellschaft und die mit 4000 Handschriften weltweit größte Robert-Schumann-Sammlung befindet, liegt am Zwickauer Marktplatz mitten im Herzen der Stadt.

Bereits mit sieben Jahren erhielt der kleine Robert den ersten Klavierunterricht, und es erwies sich, dass er nicht nur auf musikalischem, sondern auch auf literarischem Gebiet äußerst begabt und interessiert war. Neben dem Besuch des städtischen Lyzeums, wo er Latein, Altgriechisch und Französich lernte, begann er Gedichte und Aufsätze zu schreiben und gründete mit elf Jahren einen literarischen Verein und ein Schulorchester.

1826 starb sein Vater August Schumann, und Robert ging nach Abschluss des Lyzeums 1828 nach Leipzig, wo er auf Wunsch seines Vormundes Jura studieren sollte.

Robert Schumann in Leipzig

Als Robert Schumann 1828 nach Leipzig kam, war er von Anfang an fasziniert vom musikalischen Leben der Stadt. Schon damals nahm er Unterricht bei dem berühmten Klavierpädagogen Friedrich Wieck. 1829 jedoch verließ er die Stadt, um sich zunächst in Heidelberg seinem Jurastudium zu widmen, und bereiste Italien, die Schweiz und das Rheinland. Sein Interesse an der Juristerei blieb weiterhin gering, und endlich gelang es ihm, seine Mutter davon zu überzeugen, ihm ein Musikstudium zu finanzieren.

Er nahm seine Studien bei Friedrich Wieck wieder auf. 1832 machte jedoch eine Fingerlähmung, die er sich durch zu exzessives Üben zugezogen hatte, seinen Hoffnungen auf eine Karriere als Klaviervirtuose ein jähes Ende. Schumann intensivierte von nun an seine kompositorischen Bemühungen, rief 1833 die "Davidsbündler", eine Vereinigung junger Komponisten, ind Leben und gründete 1834 die bis heute existierende "Neue Zeitschrift für Musik".

Hochzeit mit Clara Wieck

Bereits 1828 war Robert Schumann im Hause seines Lehrers dessen Tochter, der damals neunjährigen Clara Wieck, begegnete. Er bewunderte die Virtuosität des Mädchens, das bereits zu dieser Zeit eine bewunderte Pianistin war, interessierte sich aber nicht weiter für sie.

Erst 1835, mehrere Jahre nach seiner Rückkehr nach Leipzig, entwickelte sich zwischen den beiden eine innige Liebe, die ihr Vater jedoch zu verhindern suchte. Friedrich Wieck verbot den Liebenden jeglichen Kontakt, doch 1840 gelang es ihnen, per Gerichtsbeschluss die Genehmigung für ihre Heirat zu erzwingen.

Obwohl sich auch damals schon Anzeichen für Roberts spätere Nervenkrankheit bemerkbar machten, war die Ehe sehr glücklich und für beide Künstler inspirierend. Insgesamt acht Kinder gingen aus ihr hervor.

Robert Schumann in Dresden und Düsseldorf

1844 verließen Robert und Clara Schumann Leipzig und zogen nach Dresden, wo Schumann eine Stelle als Chorleiter antrat. Zugleich begleitete er immer wieder seine Frau auf ihren Konzertreisen durch Europa. Berufliche Erfolge und Rückschläge wechselten sich ab, seine schaffensreichste Zeit fiel jedoch in die Zeit seiner Ehe mit Clara. 1846 durchlebte Robert Schumann eine längere gesundheitliche Krise, während der es ihm unmöglich war zu komponieren.

1850 ging Schumann als Städtischer Musikdirektor nach Düsseldorf. Dort wurde er überaus enthusiastisch empfangen, doch erschwerten ihm zunehmend Depressionsschübe und Wahnvorstellungen den Umgang mit den Mitgliedern des Orchesters und des Chores. Auch erwies es sich schon bald als schwierig, seine Arbeitsauffassung mit der rheinischen Frohnatur der übrigen Musiker in Einklang zu bringen.

Robert Schumanns Tod in Endenich bei Bonn

Anfang 1854 verschlechterte sich der Gesundheitszustand Schumanns schlagartig. Besonders die Gehörhalluzinationen waren es, die ihn neben den Depressionen Tag und Nacht quälten und ihn schließlich zu einem Selbstmordversuch durch einen Sprung in den Rhein trieben. Am 4. März 1854 wurde er in die Nervenheilanstalt des renommierten Arztes Dr. Franz Richarz in Endenich bei Bonn überstellt, der dafür bekannt war, seine Patienten nicht den demütigenden Maßnahmen anderer Anstalten zu unterziehen. Bis zu seinem Tod am 29. Juli 1856 bewohnte Robert Schumann hier zwei Zimmer im ersten Obergeschoß des Haupthauses.

Robert Schumanns Werke

Robert Schumann ist einer der bedeutendsten Komponisten der deutschen Romantik. Trotz seines kurzen Lebens hinterließ er ein umfangreiches Werk. Klaviermusik, Kammermusik und Lieder ("Dichterliebe", "Liederkreis") bildeten seinen Mittelpunkt. Außerdem stammen vier Symphonien ("Frühlingssymphonie"), die Oper "Genoveva", drei Konzerte und mehrere Werke für Chor und Orchester ("Das Paradies und die Peri") aus seiner Feder.

Tatjana Alisch - Bereits während meines Studiums in den Bereichen Musik, Geschichte und Sprachen erhielt ich die Gelegenheit, für einen ...

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