
- Ein Bild wie vor 100 Jahren - Foto HMC / Nico Maack
Hamburg, die Elbmetropole mit dem drittgrößten Hafen von Europa, zeigt sich beim Hafenfest von ihrer schönsten Seite. Dieser Hafengeburtstag geht zurück auf die Zeit von Kaiser Friedrich Barbarossa, der Hamburg am 7. Mai 1189 den ersehnten Freibrief ausstellte, der den Schiffen auf der Elbe von Hamburg bis zur Nordsee Zollfreiheit gewährte. Erst damit wurde ein Hafenbau so richtig lukrativ. So gilt denn dieser Tag, den Hamburg alljährlich mit dem größten Hafenfest der Welt zelebriert, als die Geburtsstunde des Hamburger Hafens.
Hafenfest der Superlative
Es wird ein Hafenfest der Superlative: vier statt drei Tage wird es wegen des frühen Pfingstfestes dauern, weit mehr als 300 Schiffe werden teilnehmen und rund 500 Schausteller werden auf der 3,5 Kilometer langen Hafenmeile für Unterhaltung und kulinarische Genüsse sorgen.
Ein attraktives Programm verwöhnt an allen vier Tagen des Hamburger Hafengeburtstages die Besucher auf der Elbe und am Elbufer zwischen dem Museumshafen Oevelgönne und der Speicherstadt.
Lichterglanz über Hamburg
Stimmungsvoll wird es am Freitag den 9. Mai ab 22 Uhr, wenn die Kapitäne aller Schiffe alle Lichter anschalten und Fahrgastschiffe, Traditionsschiffe, Hafenschlepper und Sportboote eine Runde durch den Hafen drehen. Die Besucher werden derweil mit Feuerzeugen, Fackeln, Wunderkerzen und Taschenlampen den Hafen in ein funkelndes Lichtermeer verwandeln. Romantik pur verspricht das traditionelle Feuerwerk am Samstag den 10. Mai um 22.30 Uhr, das den Nachthimmel über dem Hafen in ein opulentes Farbgemälde verwandelt.
Windjammerparade
Immer wieder ein von Hunderttausenden an den Ufern verfolgtes Spektakel sind sowohl die Einlauf- als auch die Auslaufparade der teilnehmenden Windjammer. So wird dann die Einlaufparade am Freitag ab 17 Uhr ein erster maritimer Höhepunkt des Hafenfestes werden. Nach der Parade wird Hamburg wieder ein wenig so wirken wie vor hundert Jahren – ein Wald von bis zu 60 Meter hohen Masten wird die Hansestadt noch einmal wie zu Windjammerzeiten aussehen lassen. Vier Tage werden die Besucher Zeit haben, die alten Schiffe zu besichtigen und Seefahrtsromantik pur zu atmen.
Schon zur Tradition geworden ist in Hamburg die Teilnahme der russischen Großsegler „Kruzenshtern“, „Sedov“ und „Mir“. Stolz ist Hamburg darauf, dass mit der „Sedov“ wiederum auch der größte noch segelnde Windjammer der Welt Hamburg einen Besuch abstattet. Sie lief 1921 unter dem Namen „Magdalene Vinnen“ in der Kieler Krupp-Germania Werft vom Stapel und ist 117,5 Meter lang. Die „Kruzenshtern“ ist mit ihren 114 Metern nur wenig kürzer. Das Schiff gehörte zu den legendären Flying-P Klippern der Hamburger Laeisz-Reederei und gilt als eines der schönsten Segelschiffe der Welt. Die „Mir“ hingegen mit ihren 108 Metern Länge wurde 1987 in Danzig als Vollschiff gebaut und ist der schnellste Windjammer der Welt. Zu diesen drei Seglern der Superlative gesellen sich zahlreiche kleinere alte Segelschiffe, die auch besichtigt werden können.
Weitere maritime Hauptdarsteller
Wo Schiffe kommen, kommen auch Seeleute. Allein über 1.000 Marineangehörige werden die Amüsiermeilen der Hafenstadt beleben, denn neben den deutschen Fregatten „Lübeck“ und „Mecklenburg-Vorpommern“, dem U-Boot "U22" sowie dem Minenjagdboot „Fulda“ kommen auch Marinefahrzeuge aus den USA, Spanien, Portugal und Finnland. Dazu werden Seenotrettungskreuzer, Zoll-, Polizei- und Feuerwehrboote erwartet.
Doch auch die modernen Schiffe gehören zu den attraktiven maritimen Hauptdarstellern des Hafenfestes. Am Cruise Terminal in der HafenCity laufen die Kreuzfahrtschiffe „Delphin“, „Delphin Voyager“, „Amadea“, „Albatros“ und „Fram“ ein und aus. Spektakuläre Bewegung gibt es auch vor dem Dock „Elbe 17“ von Blohm & Voss, das man von den Landungsbrücken aus wunderbar im Blick hat. Während des Hafenfestes wird das 292 Meter lange Kreuzfahrtschiff „Brillance of the Seas“ das Dock verlassen und die „Braemar“ wird eindocken. Am Samstagabend laufen dann nach dem Feuerwerk kurz hintereinander drei Kreuzfahrtschiffe aus.
Schlepperballett, Museumsschiffe und Action auf der Elbe
Eine weltweit einmalige Attraktion ist das Hamburger Schlepperballett. In diesem Jahr findet es am Samstag den 10. Mai, von 18 bis 19 Uhr, unter der Leitung von Kapitän Dietrich Petersen statt. Dann drehen mehrere Hafenschlepper im Walzertakt auf der Elbe ihre anmutigen Kreise. Die an die 5.000 PS starken Tänzer schaukeln fast schwebend leicht über den Fluss und zeigen dabei höchste Präzision, wenn sie sich der Hafenkante bis auf wenige Zentimeter nähern.
Weitere Attraktionen des Programms sind die Tochterbootfahrten mit Polizei, Zoll und Fischereischutz, die Parade der Museumsschiffe, Paraden der Segel- und Motoryachten, Wasserski-Vorführungen und das Drachenbootrennen mit asiatischen Holzbooten. Liebhaber traditioneller Schiffe sollten sich das Rennen der historischen Festmacherboote am Sonntagmittag nicht entgehen lassen.
Am Pfingstmontag geht der 819. Hamburger Hafengeburtstag zu Ende. Die schwimmenden Teilnehmer verabschieden sich in der großen Auslaufparade ab 16 Uhr von Hamburg.
Viele Barkassen, Fahrgastschiffe und Windjammer bieten den Besuchern an, bei den Paraden mitzufahren oder können während der viertägigen Geburtstagsfeier besichtigt werden. Eine Übersicht der Anbieter finden Interessierte beim Hafengeburtstag Hamburg.
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