
- Tauchen auf Gran Canaria - Constanze Ließ
Die Gewässer rund um die Kanarischen Inseln können nicht mit dem farbenfrohen Reichtum an Korallenriffen aufwarten, dem Taucher ans Rote Meer oder in die Karibik folgen. Dafür aber tummeln sich Barsche und Barrakudas in vielflossigen Schwärmen in einem Atlantik mit meist ausgezeichneten Sichtweiten.
Eine Tauchbasis finden auf Gran Canaria
Die Tauchbasen der Kanareninsel liegen im Süden der Insel entlang der Touristenorte an der Küste. Ihre Anzahl ist durchaus überschaubar, Rudeltauchen wie beispielsweise in Ägypten ist auf Gran Canaria die Ausnahme. Empfehlenswerte Tauchbasen gibt es beispielsweise in Puerto de Mogán, Puerto Rico und in San Agustín. Wie überall auf der Touri-Meile wird auch in den Tauchschulen Deutsch gesprochen, mehrere befinden sich seit vielen Jahren unter deutscher Leitung. Die meisten Tauchschulen sind an große Hotelressorts angeschlossen. Dort jeweils auch zu nächtigen ist keine Voraussetzung für das Tauchen, doch bieten die Hotels häufig vergünstigte Pakete für Taucher an.
Tauchplätze rund um Gran Canaria
Für die meisten Tauchschulen auf der Insel ist der kleine Ort Arifaga an der Ostküste die wichtigste Anlaufstelle. Hier wird das Naturreservat „El Cabrón“ von Land aus betaucht, verschiedene Einstiege führen zu insgesamt acht Tauchplätzen, wo bis zu vierzig Meter tiefe Tauchgänge möglich sind. Durchschnittlich wird im Bereich bis fünfundzwanzig Meter getaucht. Wichtig für diese Landtauchgänge sind Füßlinge mit stabiler Sohle, da zum Einstieg eine kleine Strecke über scharfe und meist glitschige Felsen zurückgelegt werden muss. Ein weiterer Landtauchgang ist auf der gegenüberliegenden Seite von Gran Canaria bei Puerto de Mogán möglich. Die flache Bucht von Medio Almud wird gern für die ersten Freiwassertauchgänge von Tauchneulingen genutzt.
Wenn das Wetter mitspielt, kann auch vom Boot aus getaucht werden. Das Außenriff Pasito Blanco ist von San Agustín aus in zwanzig Minuten erreicht und lässt Taucherherzen mit dem Anblick enormer Fischschwärme höher schlagen. Das Wrack eines zerbrochenen Frachters vor Puerto de Mogán ist auch Anlaufstelle für das dort stationierte Yellow Submarine. Für die Touristen an Bord, die sich die Nasen an den klobigen Bullaugen platt drücken, wird man dann als Taucher selbst zur Attraktion.
Rochen, Barrakudas,Seepferdchen - Die Unterwasserwelt der Kanaren
Überall auf der Welt sind Inseln inmitten der Ozeane Oasen des Lebens. Die Kanaren bilden hier keine Ausnahme. Die vulkanische Inselgruppe, unter der es in der Erde noch immer hin und wieder bebt und brodelt, setzt ihre karg-felsige Beschaffenheit unter Wasser fort. Torbögen, Kamine, kleine Krater, Höhlen und Grotten durchsetzen die dicht bewachsene Gesteinslandschaft und werden von Barschen, Brassen, Garnelen, Muränen und Stechrochen als Unterschlupf genutzt.
Über den weiten Sandflächen tummeln sich riesige Schwärme verschiedener Barscharten und Brassen, die für den Atlantik rund um die Kanaren, wo das Wasser selten kühler wird als 19 Grad Celsius, so typisch sind. Junge Barrakudas mit ihrer unverkennbaren Torpedoform schweben knapp unter der Oberfläche. Im Sand hoffen Grundeln nicht entdeckt zu werden und gönnen sich Stechrochen ihre Nachmittagsruhe. Mit Glück kann man auch Seepferdchen im Seegras finden, begegnet kleinen Haien oder bezaubernd schönen Sepien. Dabei muss sich Taucher nur selten mit Sichtweiten um die 10 Meter zufrieden geben, 20 Meter sind durchaus üblich.
Die Bedingungen für das Tauchen auf den Kanarischen Inseln
Von Gran Canaria aus kann das ganze Jahr über getaucht werden. Die Wassertemperaturen das Atlantiks rund um die Kanaren liegen ganzjährig bei angenehmen 19 bis 23 Grad Celsius, getaucht wird allgemein mit fünf bis sieben Millimetern Neopren. Pech haben kann man aber vor allem im Herbst, wenn sich draußen über dem Ozean heftige Stürme zusammenbrauen und hohe Wellen von Winden mit bis zu 100 Stundenkilometern gegen die Küste gebrandet werden. Dann kann das Tauchen durchaus für mehrere Tage unmöglich werden. Ist der Wellengang unruhig aber noch akzeptabel, ist es eher erfahrenen Tauchern zu empfehlen, denen ein holpriger Ein- und Ausstieg nichts ausmacht und die sich von einer leichten Seekrankheit nach dem Tauchgang nicht weiter stören lassen.
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