
- Tastatur - Petr Kratochvil
Die richtige Recherche im Internet ist nicht so einfach, wie man es sich vorstellt. Oft genug kommt es vor, dass man einfach bei einer Suchmaschine (in der Regel bei Google) seine Suchbegriffe eingibt und von einer Flut von Suchergebnissen mitgerissen wird. Denn, ganz ehrlich: Wer hat schon Lust, auch noch die hundertste Seite zu überprüfen, wenn sich alles doppelt oder gar dreifach wiederholt? Um eine erfolgreiche Suche zu starten, sollte man ein paar einfache Regeln befolgen, welche die Recherche deutlich effektiver gestalten.
Suchstrategie
Hinter dem Begriff der Suchstrategie verbirgt sich ein ganz einfaches Konzept, das manchem vielleicht schon etwas zu simpel erscheint: Die Überlegung vor der Suche, nach was man denn nun eigentlich genau sucht. Wer Information für wissenschaftliche Arbeiten sucht (etwa an der Uni oder auch schon in der Schule) sollte sich unter anderem überlegen, wo man seriöse Informationen findet, die problemlos angegeben werden können. Oft werden Quellen verwendet, die nicht für solche Angaben geeignet sind. So ist an Universitäten Wikipedia für viele Dozenten ein rotes Tuch.
Um das Thema etwas einzugrenzen, sollte man zuerst einmal die Kernbegriffe dazu herausarbeiten. Interessant für genauere Suchen wären dabei auch Synonyme zu den Kernbegriffen sowie andere Begriffe aus dem gleichen Themenfeld. So könnte man bei dem Kernbegriff „Burg“ beispielsweise auch bestimmte Burgen, Schlösser (z.B. das Jagdschloss) oder die Ruine als Suchbegriff verwenden. Wer will, kann auch noch die englischen Übersetzungen von diesen Wörter nutzen. Auf diese Art und Weise kann man im späteren Verlauf der Recherche über solche Erweiterungen des Suchfeldes zu Ergebnissen kommen, die man durch eine einfache Suche nicht gefunden hätte.
Suchtechniken
Es gibt verschiedene Techniken, die in der Suche angewandt werden können:
- Da wäre beispielsweise die eher bekannte Phrasensuche über die Verwendung von feststehenden Phrasen in Anführungszeichen: "..."
- Weiterhin gibt den Wortplatzhalter *. Wenn man * zwischen zwei Wörter eingibt, wird automatisch nach Ergebnissen gesucht, die bis zu fünf Wörtern zwischen den beiden Suchwörtern beinhalten. Diese Suchtechnik funktioniert allerdings nur bei Google.
- Ein weiterer Wortplatzhalter ist der Operator NEAR, welcher allerdings nur bei der Suchmaschine Yahoo funktioniert. In diesem Fall können sogar bis zu 18 Wörter zwischen den beiden Suchwörtern stehen.
- Eine weitere Möglichkeit sind die Exklusionsoperatoren + und -. Bei dem Operator + muss der sofort folgende Begriff im Suchergebnis enthalten sein (das ist hilfreich, wenn man auch nach normalerweise nicht gesuchten Begriffen wie die Artikel „der“, „die“ und „das“ oder nach ähnlichen Stoppwörtern sucht). Wenn man im Gegensatz dazu – einsetzt, wird der folgende Begriff von der Suche ausgeschlossen.
Boolesche Operatoren
Die Booleschen Operatoren stammen eigentlich aus dem Bereich der Bibliotheken, doch auch die Suchmaschinen haben einige dieser Operatoren im Laufe der Zeit übernommen. Das bekannteste Beispiel dafür ist „UND“. „UND“ ist eine Konjunktion und verbindet somit zwei Suchbegriffe miteinander (bei Google funktioniert dieser Operator automatisch). „OR“ hingegen arbeitet nach dem Entweder-Oder-Prinzip, d.h. es wird nicht nach allen angegebenen Begriffen in Kombination gesucht, auch einzelne Suchbegriffe werden als Ergebnis akzeptiert. Wichtig bei dem Operator „OR“ ist die Großschreibung, da es andernfalls als Stoppwort gelesen wird und von der Suchmaschine ignoriert wird.
Bei der Suchmaschine Yahoo findet man noch einen weiteren Operator: „AND“, allerdings nur in Kombination mit Klammern. So kann man beispielsweise auf die sehr allgemeine Frage „Welche Schlachten in Burgen gab es im Mittelalter?“ folgende Suchkette verwenden: (Schlacht OR Krieg OR Kampf OR War) AND (Burg OR Schloss OR Ruine OR castle) AND (Mittelalter OR Middle Ages)
Natürlich lässt sich diese Kette mit vielen weiteren Begriffen erweitern, mit weiteren Synonymen oder Entsprechungen. Wichtig sind hier jedoch die Klammern und der Operator „AND“. Wenn man im Vergleich dazu Google betrachtet, funktioniert diese Technik nicht. Man verzichtet also auf Klammern und ersetzt das „AND“ einfach durch ein Leerzeichen. Hier das Beispiel: Schlacht OR Krieg OR Kampf OR War Burg OR Schloss OR Ruine OR Castle Mittelalter OR Middle Ages
Durch die Booleschen Operatoren lässt sich so manche Suche noch verfeinern und es gibt deutlich effektivere Ergebnisse.
Suche mit Befehlen
Wer es noch mehr spezialisieren will, kann auch noch eine Reihe von Befehlen verwenden, die der Suche noch mehr Details erlauben. Insbesondere wenn man nach wissenschaftlich relevanten Quellen sucht, sind einige dieser Befehle sehr hilfreich.
Da wäre unter anderem der Befehl intitle:. Dies erlaubt einem in dem Titel von Webseiten nach bestimmten Begriffen zu suchen, z.B. intitle:Archiv. Damit findet man nur Seiten von Archiven oder die zumindest die Bezeichnung Archiv verwenden. Dazu passend gibt es noch den Befehl inurl:, der es einem erlaubt, in der URL einer Seite zu suchen.
Wenn man erfahren möchte, ob es irgendwelche seriösen Seiten gibt, die auf die Seite verlinken, die man gerade gefunden hat, dann verwendet man den Befehl link:. Mit der Angabe des Webseitenlinks dahinter findet man schnell alle anderen Seiten, die diese bestimmte Seite verlinkt haben und kann somit für sich entscheiden, ob die Quelle das Richtige für einen ist.
Eine weitere Möglichkeit ist die Suche über den Befehl site:. Falls man schon auf einer bestimmten Seite ist und weiß, dass man dort Informationen findet, es allerdings lange dauern würde, kann man diesen Befehl verwenden. Man gibt einfach die Seite an und das Thema und schon erscheinen die gewünschten Suchergebnisse. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Top Level Domains (wie z.B. .com, .edu oder .gov) anstatt kompletter Webseiten.
Über den Befehl filetype: kann man nach bestimmten Dokumenttypen suchen. Wichtig ist aber, dass mp3 als Format hierbei nicht funktioniert, dafür aber alle anderen gängigen Formate, wie beispielsweise pdf, ppt oder doc.
Wer sich für bestimmte Definitionen oder die Bedeutung von Abkürzungen interessiert, kann den Befehl define: verwenden. Dies funktioniert jedoch nur bei Google und bei keiner anderen Suchmaschine.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass all diese Techniken einem die Suche im Internet wirklich erleichtern können. Natürlich braucht es seine Zeit, bis man seine Ergebnisse hat, dennoch hat diese Art der Suche viele Vorteile.
Quelle: Maren Krähling, BLB Karlsruhe
