Zur 13. Münchner Museumsnacht öffneten dieses Jahr wieder rund 90 Museen, Sammlungen, Galerien und Institutionen in der Zeit von 19 bis 2 Uhr am Morgen ihre Pforten. Gäste der „Langen-Nacht-der-Museen“ konnten weltberühmte, wie auch verborgene Schätze erkunden und in zahlreichen Ausstellungen, Sonderführungen, Konzerten, Installationen und Live-Performances das verlockende Angebot genießen.

Start war im Münchner Stadtmuseum - Literaturhaus und HFF folgten

Die Ausstellung „Typisch München“ zeigt das Bildnis der Lola Montez als spanische Grandin. Die gebürtige Irin wurde durch eine Liäson mit König Ludwig I. zu einer der schillerndsten Frauen Münchens und war Inspiration zum diesjährigen Plakatmotiv der Langen Nacht. Im Münchner Literaturhaus wurde einer anderen Dame gehuldigt. Mit dem Titel „Alles möchte ich immer – Franziska Gräfin zu Reventlow“, zeigte das Haus die große und aufwändig inszenierte werkbiografische Schau über das Leben der unangepassten und willensstarken Gräfin. Neu mit dabei war die Hochschule für Fernsehen und Film München - HFF. Im neuen Domizil im Kunstareal präsentierten erstmals zur Langen Nacht potenzielle Oskar-Preisträger ihre Spiel-, Dokumentar- und Werbefilme. Auch konnte man in einem der Kinosäle alles über die Planungs- und Entstehungsgeschichte des neuen HFF-Gebäudes erfahren.

Beim Ägyptisches Museum werden sich neu und alt begegnen

Die dort gezeigte Klanginstallation von Mark Polscher wurde speziell für die neuen Ausstellungsräume erschaffen und führte die Besucher durch die noch leeren Räume der künftigen Dauerausstellung. Die Musik war mit Zitaten der altägyptischen Literatur verwoben und rückte dabei die Architektur, bei der sich hohe Hallen mit niedrigen Kammern abwechseln, gleichsam eines Königsgrabes abwechseln, in den Vordergrund. Von den Hallen für die ägyptische Kultur führte der Weg mit dem Shuttlebus der Museumsnacht gen Osten.

Müller´sches Volksbad und Volkssternwarte in der "Langen-Nacht

Vom Müller`schen Volksbad in der Nacht bis zur Volkssternwarte mit ihrem Motto „Fenster zum Weltall“ konnten „Lange-Nacht-Besucher“ diesmal den sternenklaren Himmel hautnah über die großen Fernrohe betrachten und in der Simulation den heimischen Himmel auf sich wirken lassen. Da Jupiter ist zur Zeit gut sichtbar ist, strömten die Gäste an die Fernrohre. „Der Ansturm ist riesengroß, schon im letzten Jahr hatten wir 2700 Besucher zu „Langen Nacht der Museen“ in unserer Sternwarte“, sagt der Führer. Das Haus ist ein ehemaliger Bunker aus dem Krieg und existiert schon 60 Jahre. Auf der 300 m² große Dachterrasse und in den darunter liegenden Räume werden die Besucher von ehrenamtlichen Hobbyastronomen betreut. „Jupiter ist zur Zeit der hellste Stern um Mitternacht am südlichen Sternenhimmel, wandert dann gen Osten. In der Vorausschau auf das Jahr 2012 wird die Venus im Frühjahr wie eine Sonne am Himmel leuchten“, führt der Astronom weiter aus. Bilder, die von Raumsonden, wie „Galileo“ eingefangen wurden, können die „Lange-Nacht-Besucher“ in einem Film über unser Planetensystem und andere, Millionenjahre-entfernte Sonnensysteme sehen. Der Planet Jupiter ist ein Ball aus Gas und hat die 12-fache Größe unserer Erde. In der griechischen Mythologie ist er „Herrscher über Himmel und Erde.“ Der Ball besteht zu 90 Prozent aus Wasserstoff, die restlichen 10 Prozent bildet Helium und im Kern des Himmelskörpers herrscht ein Hitze von 23.000 Grad Celsius. Vier Monde gehören zum Gefolge des Jupiters. „Europa“ ist einer davon und ihn zeichnet eine Landschaft aus Eisgebirgen aus. Darunter brodeln Ozeane und es könnte sich darin Leben wie Mikroorganismen entwickelt haben. Im Planetarium werden die zahlreichen Gäste der Sternkonstellationen gewahr. Vom großen Wagen bis zum Schütze-Sternzeichen wurde in anschaulicher und humorvoller Schilderung das über uns leuchtende Firmament erläutert. Von den Gestirnen der Nacht wurden die „Lange-Nacht-Besucher“ in die noch junge Nacht entlassen, denn bis in die frühen Morgenstunden konnte die Kultur genossen werden.