ZWAR - Zwischen Arbeit und Ruhestand

Ältere Menschen können sich in sozialen Netzwerken neu orientieren

ZWAR (zwischen Arbeit und Ruhestand) wendet sich an Menschen ab 50 Jahren. Ihr Ziel: Miteinander älter werden und sich bürgerschaftlich engagieren.

Seit nunmehr 30 Jahren berät die ZWAR (Zwischen Arbeit und Ruhestand) Zentralstelle NRW Kommunen, (Wohlfahrts-)Verbände, Träger, Einrichtungen und Vereine bei der Arbeit mit Menschen ab 50 Jahren. Sie qualifiziert haupt- und ehrenamtliche Akteure in diesem Feld und sie trägt zur Vernetzung auf kommunaler, regionaler und landesweiter Ebene bei.

Gründung auf Initiative der Universität Dortmund

Vor dem Hintergrund der Strukturkrise im Revier entstand im Mai 1979 an der Universität Dortmund die heutige ZWAR Zentralstelle NRW. In den damaligen Zeiten wirtschaftlicher und sozialer Umbrüche arbeitete das ZWAR-Projekt im Ruhrgebiet erfolgreich und erhielt so große Aufmerksamkeit, dass das Land NRW im Jahre 1984 die Förderung übernahm. In den Folgejahren erfolgte der Ausbau kontinuierlich. 1991 wurde ZWAR mit der Gründung des Trägervereins ZWAR e.V. eine überparteiliche und konfessionell unabhängige Basis gegeben. Mitglieder sind Wohlfahrtsverbände (AWO, Caritas, DPWV, Diakonisches Werk), Gewerkschaften (DGB, IGM), die Gründer von ZWAR und andere Personen des öffentlichen Lebens. Weitere wichtige Stationen waren die Ausdehnung der Arbeit des Vereins auf ganz NRW (1995) und die Etablierung ab 1996 als Beratungsanbieter für die soziale Arbeit mit Menschen ab 50 in NRW.

Auch über die Grenzen NRWs hinaus hat ZWAR Impulse gegeben und Projekte in Rheinland-Pfalz, Berlin, Hamburg, Berlin, Sachsen-Anhalt und Brandenburg mit ins Leben gerufen und beraten.

ZWAR berät Kommunen, Verbände und Institutionen der sozialen Arbeit mit Menschen ab 50 Jahren und qualifiziert deren haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter. Die ZWAR Zentralstelle wird gefördert vom Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit NRW.

Zu den Zielgruppen gehören:

• Frauen und Männer und deren Lebenspartner im (Vor-)Ruhestandsalter,

• Menschen in der Berufsaustritts-Phase,

• Frauen in der nachfamiliären Zeit,

• Langzeitarbeitslose ohne Chance auf Reintegration, also Frauen und Männer zwischen 50 und 65 Jahren.

Bürgerschaftliches Engagement

Im Mittelpunkt steht die Modernisierung der sozialen Arbeit mit älteren Menschen und die Förderung von Netzwerken und bürgerschaftlichem Engagement in NRW. Die ZWAR Gruppen haben sich zu Netzwerken weiterentwickelt und ihre Teilnehmer kommen mittlerweile aus allen Schichten der Gesellschaft. Jeder Einzelne bringt sich und seine Lebenserfahrung ein. Gemeinsam haben alle ihr Engagement für sich selbst und für andere, mit dem sie einen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe älterer Menschen und zur Verbesserung ihrer Lebensqualität leisten. ZWAR Gruppennetze sind soziale Netzwerke älterer Menschen mit dem Ziel, gemeinsam älter zu werden und sich nach Erwerbs- und Familienarbeit bürgerschaftlich zu engagieren. In der "dritten Lebensphase", also kurz vor oder nach dem Ende des Berufslebens und nach der Familienarbeit, brechen soziale Kontakte häufig weg und es entsteht ein Vakuum. In dieser Lebenssituation findet man über die Gruppe zu einem Austausch, man lernt sich kennen und man lernt voneinander.

Die bei dem Aufbau neuer sozialer Beziehungen entstehenden Themen betreffen die unterschiedlichsten Bereiche: von der Bearbeitung der eigenen Stadtteilgeschichte über Tischlern, Segeln, Englisch- und Computerkurse, Generationsübergreifende Projekte, Naturschutz, Kultur, Dritte Welt bis hin zu der Erstellung einer Blindenzeitung. In den meist alle 14 Tage oder monatlich stattfindenden Netzwerk-Treffen werden die Projekte organisiert und neue Aktivitäten geplant.

Netzwerke in NRW

Mittlerweile gibt es in NRW über 1300 ZWAR Netzwerke und Gruppen, bezogen auf Stadtteile oder gewachsene Wohngebiete, in 50 Kommunen. Die ältesten sind mehr als 25 Jahre alt. Die ZWAR-Basisgruppen sind kein Verein mit Satzung oder Mitgliedsbeitrag. Es gibt keine eingeschriebenen Mitglieder, keine Satzung, keine formale Struktur, keinen Vorstand oder Präsidenten. Für 2009 sind unter anderem Neugründungen in Gelsenkirchen, Kamen, Wuppertal, Velbert, Meerbusch, Olsberg, Schwerte, Fröndenberg geplant.

Angelika Fiedler , A. Fiedler

Angelika Fiedler - Berliner Pflanze von Geburt, früh in die NRW-Landeshauptstadt umgetopft, lebt heute mit Mann, Söhnen und Hund in der Nähe ...

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