Für das Opfer waren es wohl die schlimmsten Tage ihres Lebens. Im Oktober 2006 wurde die Elfjährige von entfernten Verwandten aus dem Osnabrücker Land entführt. Das Kind sollte an einen damals 21jährigen Mann als Ehefrau verkuppelt werden, der es schließlich vergewaltigte. Der Täter wurde am Dienstag zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Auch die Eltern des Mannes, die wegen Anstiftung beziehungsweise Beihilfe zur Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes angeklagt worden waren, kamen mit Bewährungsstrafen davon.
Verschleppung nach Osnabrück
Die Familie lebt seit 1995 in Deutschland und stammt aus einem muslimischen Kulturkreis. Dort zählt bei manchen Leuten auch der Geschlechtsverkehr mit pubertierenden Minderjährigen zum Zweck einer Familiengründung zu den lange gelebten Traditionen. Wenn es zwischen zwei für eine Verbindung dieser Art ausgesuchten Menschen zum Geschlechtsverkehr kommt, steht auch einer Ehe nichts mehr im Weg.
Diese perverse Tradition ist dem elf Jahre alten Mädchen offenbar zum Verhängnis geworden. Ein Großonkel hatte sich damals mit den Angeklagten auf eine einvernehmliche Entführung des Kindes geeinigt. Die Mutter des Mädchens hatte allerdings keine Ahnung, als das Kind in den Osnabrücker Landkreis verschleppt wurde.
Mutter drängt Sohn zum Missbrauch
Die Elfjährige verspürte verständlicherweise keinerlei Zuneigung zu dem zehn Jahre älteren Mann, einem arbeitslosen Analphabeten, der - wie seine Familie - noch immer nicht die Sprache seiner Wahlheimat spricht. Vor allem die Eltern drängten ihren Sohn immer wieder dazu, den Geschlechtsverkehr mit dem Mädchen zu vollziehen. Die Mutter drohte dabei sogar an, sich persönlich neben das Bett zu setzen und zu warten, bis der Geschlechtsverkehr vollzogen sei. Der 21jährige gab seinen Eltern schließlich nach und vergewaltigte das Mädchen. Da das weinende Mädchen sich auch nach Tagen nicht mit seinem Schicksal abfinden wollte, wurde es schließlich nach Lübeck zurück gebracht.
Ermittlungen kamen erst zwei Jahre später ins Rollen
Der Fall kam erst 2008, zwei Jahre später, ans Licht, als ein Betreuer des Jungendamtes auf das auffällige Verhalten des Mädchens aufmerksam wurde. Die daraufhin gestarteten Ermittlungen kamen erst jetzt zu einem Abschluss.
Wohnungswechsel im Oktober 2006
Dass sie eine Straftat begangen haben, die auch in ihrem Herkunftsland eine solche ist, dürfte den Angeklagten von Anfang an klar gewesen sein. Schließlich wechselten sie während der Entführung im Oktober 2006 extra die Wohnung und nahmen dem Mädchen auch das Handy ab, damit es keine Hilfe herbeiholen konnte. Die Angeklagten legten alle vor Gericht ein umfassendes Geständnis ab. So blieb dem Mädchen wenigstens eine Aussage vor Gericht erspart.
Nur zur Mindeststrafe verurteilt
Mit den Bewährungsstrafen wurden alle Angeklagten nur zu den Mindeststrafen verurteilt. Dabei muss folgende Frage aber gestattet sein: Wieso bekommt man für die Entführung und Vergewaltigung eines elfjährigen Mädchens nur eine Bewährungsstrafe? Justitia war an diesem Tag nicht nur blind, sondern auch noch taub.
Quelle: Mutter drängt Sohn zum MIssbrauch einer Elfjährigen
