Zwei wie Hund und Katz?

Hund und Katze müssen nicht Feinde sein - Angela Schulz
Hund und Katze müssen nicht Feinde sein - Angela Schulz
Hunde und Katzen werden nicht selten als Feinde dargestellt. Aber so muss es nicht sein, sie können aneinander gewöhnt und sogar echte Freunde werden.

Wenn sich zwei Menschen nicht leiden können sagt man oft, sie seien wie Hund und Katz. Doch wie viel Wahrheit liegt in diesem Spruch? Tatsächlich können Hund und Katze sogar eine sehr enge Freundschaft entwickeln. Meist ist dies der Fall, wenn sie miteinander aufwachsen, sich also im Welpenalter bereits kennen lernen. Aber auch ältere Tiere miteinander vertraut zu machen ist nicht unmöglich.

Auswahl eines geeigneten Partners

Die Erfolgschancen lassen sich bereits dadurch beeinflussen, einen geeigneten Partner zu finden. Generell lassen sich junge Tiere leichter gewöhnen als ältere, die noch keinen – oder sogar negativen Umgang mit der anderen Spezies hatten. Darum ist es grundsätzlich empfehlenswert, ein junges Tier zu wählen. Allerdings sind Hundewelpen und Kätzchen meist sehr lebhaft und wild. Darum kann es sich unter Umständen empfehlen, ein älteres Tier zu wählen. Bei einem Hund mit ausgeprägtem Jagdtrieb sollte zum Beispiel eine möglichst ruhige Katze gewählt werden, die nicht gleich bei der ersten Begegnung den Trieb des Hundes durch schnelles Umherrennen weckt. Hat man ein bereits älteres und ruhiges Tier bei sich, sollte auch der Partner eher ruhig sein, da der Neuling andernfalls für zu viel Unruhe sorgt. Ebenfalls harmonieren ein sehr lebhafter Hund und eine sehr schreckhafte Katze nicht sonderlich gut miteinander. Wählt man aus derartigen Gründen ein älteres Tier, ist es ratsam beim Vorbesitzer direkt zu erfragen, ob es bereits Erfahrungen mit Hunden bzw. Katzen gemacht hat. Auch viele Tierheime und Tierschutzvereine können Angaben dazu machen, wie die Tiere aufeinander reagieren.

Geräuschempfindlichkeit der Katze

Katzen, die noch keinen Umgang mit Hunden hatten, bekommen oftmals Angst, wenn ein solcher anfängt zu bellen. Vor allem wenn man bereits eine Katze hat und diese an einen Hund gewöhnen möchte, sollte man sie daher schon im Vorfeld an die neuen Geräusche gewöhnen. Hierfür gibt es Geräusch-CDs, auf welchen Hundegebell zu hören ist. Diese spielt man der Katze vor – erst sehr leise, dann von Mal zu Mal etwas lauter, bis eine reale Lautstärke geschaffen wurde. So kann man vermeiden, dass die Katze beim ersten Hundegebell vor Angst im wahrsten Sinne die Wand hochgeht.

Wenn Hund und Katze die andere Spezies noch nicht kennen

Sollen Hund und Katze aneinander gewöhnt werden, muss der Katze zunächst ein Rückzugsort geschaffen werden, da Katzen bei Panik flüchten wollen. Hat man bereits eine Katze, sollte der Raum gewählt werden, in dem sich die Katze überwiegend aufhält und auch schläft. Dort wird vorübergehend auch die Katzentoilette untergebracht und natürlich Fressplatz und Spielsachen. Kommt eine Katze neu hinzu, sollte ein Raum gewählt werden, in dem sich der Hund nicht überwiegend aufhält. Dieser Raum wird vorübergehend zum Katzenraum und ist für den Hund tabu. Die ersten Tage hält sich die Katze nur in diesem Raum auf – wird höchstens während der Gassizeit raus gelassen. Dann aber die Katze zurückbringen, bevor man den Hund wieder in die Wohnung lässt.

In der Zeit kann man Spielsachen der Tiere austauschen, damit bereits der Geruch der Tiere aufgenommen werden kann. Beim ersten Kontakt sollte der Hund auf jeden Fall an die Leine genommen werden. Verhält er sich ruhig, wird er ausgiebig gelobt. Reagiert er böse, belässt man es bei einem „Nein“ und trennt die Tiere wieder und versucht es ein anderes Mal. Nichts überstürzen! Und der Hund sollte auf keinen Fall bestraft werden, da er so die Katze direkt mit negativen Erfahrungen verbindet. Scheinen sich die Tiere zu verstehen, wird der Katzenraum aber zunächst noch mit einem Absperrgitter gesichert – wie man sie für Kinder kennt.

Wenn die Tiere bereits Erfahrungen haben

Selbst wenn die Katze schon Hunde kennt und der Hund Katzen – auch hier sollte man sie nicht direkt zusammen lassen. Hunde reagieren auf verschiedene Katzen nicht immer gleich. Schmust er mit der einen, kann er unter Umständen eine andere dennoch jagen. Außerdem sollte auch der Katze die Möglichkeit geboten werden, in Ruhe festzustellen, ob der Hund freundlich ist oder nicht. Auch hier sollte der Hund beim ersten Kontakt angeleint sein. Sofern die Tiere freundlich aufeinander reagieren, müssen sie nicht getrennt werden. Aber dennoch sollte der Katze auf jeden Fall ein sicherer Rückzugsort zur Verfügung stehen – zum Beispiel ein per Absperrgitter abgetrennter Raum. In jeden Fall sollten Hund und Katze die erste Zeit nicht ohne Aufsicht alleine gelassen werden!

Das alte Tier nicht vernachlässigen

Man sollte das ältere Tier nicht vernachlässigen. Feste Kuschel- und Fütterungszeiten sollten beibehalten werden. Ebenso sollte auf keinen Fall ein Platz, der bereits einem Tier zustand, nun dem neuen Tier zugeteilt werden. Hat die Katze bislang im Bett geschlafen, darf sie auch weiterhin im Bett schlafen und nicht auf einmal der Hund. Sofern sich die Tiere später einen Schlafplatz bereitwillig teilen, ist dagegen nichts einzuwenden. In der Anfangszeit sollte jedoch ein Tier von einem Platz verscheucht werden, der bereits dem anderen Tier gehört.

Quellen:

  • Schulungsunterlagen zur "Tierpsychologie"; Institut Kappel Wuppertal
  • Internetseite des Tierschutzverein Lingen und Umgebung e.V.
  • Artikel "Hunde an Katzen gewöhnen" auf der Internetseite der Nestlé Purina PetCare Deutschland GmbH
  • Artikel der Tierpsychologin Marion Brehmer in der Zeitschrift HUNDE WELT 5/2002
Angela, Sabine Peters - Fotostudio LichtRevier Bochum

Angela Schulz - Geboren 1983 in Dortmund. Abitur 2002 mit dem Schwerpunkt Wirtschaft. Anschließend rechtswissenschaftliches Studium mit dem ...

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