
- Suchmaschinen-Regeln - Barbara Eckholdt
In rasender Geschwindigkeit hat sich das Internet zu einem Alltagsmedium entwickelt: Von der Recherche im Job bis hin zur Buchung des nächsten Urlaubs wird es zur schnellen Informationsbeschaffung und der einfachen Abwicklung von Geschäften genutzt. Damit ist das Internet aus der Berufs- und Freizeitwelt heute quasi nicht mehr wegzudenken. Man muss nur wissen, wo im World Wide Web die gesuchten Informationen zu finden sind. Und das ist bei der Fülle von Daten nicht immer einfach.
Die Suchmaschinen
Zur Orientierungshilfe im Netz wurden Suchmaschinen entwickelt, ohne deren Unterstützung die meisten Seiten nicht auffindbar wären. Häufig zeigen aber solche Suchmaschinen eine Vielzahl von Ergebnissen, die für die individuelle Suchanfrage nicht relevant sind. Mit der Broschüre „Finden was man sucht“ (Ratgeber Neue Medien, Band 3) hatte die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) mit Partnern einen praktischen Leitfaden über Strategien und Werkzeuge einer effizienten Online-Recherche herausgegeben. Ergänzend hierzu wird mit der Broschüre „12 goldene Suchmaschinen-Regeln“ der Blick auf mögliche Probleme geschärft, die im Umgang mit Suchmaschinen entstehen können.
Ergebnislisten der Suchmaschinen
Alle Anbieter von Internetseiten wollen in den Ergebnislisten von Suchmaschinen möglichst weit vorne auftauchen, um viele Nutzer auf die eigene Seite zu lenken. Um dieses Ziel zu erreichen, lassen sie sich einiges einfallen.
Damit der Nutzer der Suchmaschinen vor allem die Seiten findet, die er speziell sucht, und nicht denjenigen ins Netz geht, die es zum Beispiel mit unseriösen Angeboten nur auf sein Geld abgesehen haben, will die Broschüre einige Regeln vorstellen, die bei Beachtung zu mehr Sicherheit im Umgang mit Suchmaschinen und dem Internet führen.
Das Ziel der Autoren ist es, die Nutzer von Suchmaschinen bei einer sicheren und somit effektiveren Suche zu unterstützen.
Die Suchmaschinen-Regeln
- Insbesondere bei komplexen Themenrecherchen sollten immer mehrere Suchmaschinen genutzt werden. Unterschiedliche Suchmaschinen verwenden voneinander abweichende Kriterien für ihre Rankinglisten. Daher können verschiedene Websites als relevant für die Suche aufgeführt werden.
- Werbung im Internet ist nicht immer sofort als solche zu erkennen. Man sollte sich die Ergebnisseiten daher immer erst in Ruhe ansehen, bevor man Zeit für unnötige Klicks verschwendet.
- Suchanfragen sollten immer möglichst genau formuliert werden. Tauchen dann im Vorschautext der Suchmaschine nur Schlagwörter und keine Sätze auf, verbirgt sich hinter der Webseite wahrscheinlich Spam.
- Auch Suchergebnisse, die von Suchmaschine angezeigt werden, sind nicht unbedingt vertrauenswürdig. Man sollte daher die normalen Vorsichtsmaßnahmen, die im Internet sowieso gelten, auch bei der Nutzung von Suchmaschinen beachten.
- Nicht selten sind unseriöse Angebote auf den vordersten Ergebnisplätzen in den Suchmaschinen. Der Vorschautext kann bei der Einordnung des Ergebnisses helfen, denn er zeigt einen kleinen Textausschnitt der Seite, in dem die Suchbegriffe auftauchen. Häufig erkennt man anhand dieses Textes bereits, ob es sich um ein unseriöses Angebot handelt.
- Gerade im Internet kann ein falscher Klick oder ein falscher Tastendruck ganz schön ins Geld gehen, insbesondere wenn sich damit ein Dialer oder Spyware auf dem Rechner einnistet oder man Opfer von Botnets wird. Daher sollte man nie gutgläubig Antworten in Felder eingeben, die man nicht kennt, zum Beispiel OK. Dieses OK kann als Einverständniserklärung für einen kostenpflichtigen Mehrwertdienst interpretiert werden.
- Werden Informationen, die im Internet recherchiert wurden, für private oder berufliche Zwecke genutzt, sollte man sich auch über den Absender dieser Information ein Bild gemacht haben.
- Insbesondere für Kinder kann es schädlich sein, mit bestimmten Internetinhalten konfrontiert zu werden. Eltern sollten daher daran denken, dass Suchmaschinen bei bestimmten Wörtern und Themen vielfach auf solche problematischen Sites verweisen.
- Auch wenn man nicht immer daran denkt, manche Wörter sind doppeldeutig. So haben viele ungewöhnliche Sexualpraktiken Codenamen, die eigentlich harmlos klingen. Suchmaschinen verweisen auch auf Sex-Sites, obwohl man etwas anderes gesucht hat.
- Jugendschutzfilter können sich leicht abschalten lassen. Man sollte daher solche Filter immer mal wieder auf Funktionsfähigkeit überprüfen.
- Kinder müssen nicht immer nur bei Google, Yahoo oder Microsoft recherchieren, um interessante Webseiten zu finden. Es gibt genügend Alternativen, die besser auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmt sind, wie zum Beispiel Blinde Kuh.
- Suchmaschinen bieten keinen vollständigen Überblick über die Nachrichtenlage, denn längst nicht alle Medien werden von den Suchrobotern erfasst.
Der vollständigen Ratgeber mit allen Details zu den Suchmaschinen-Regeln steht zum Download bei der Landesanstalt für Medien NRW zur Verfügung.
