
- Lange Nacht der Museen - didi01/pixelio.de
Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Traditionelle Museen stehen neben kulturellen Sonderveranstaltungen und spannenden Kunstevents auf dem Speiseplan der Langen Nacht der Museen. Das Angebot ist so gestaltet, dass jeder Teilnehmer seine individuelle Wahl treffen kann. Vor allem für unkonventionelle und neue Angebote ist die Lange Nacht der Museen ein ideales Marketing, da sie ihre Angebote hier einer breiten Öffentlichkeit kommunizieren können und so durch die Großen medial „mitgenommen“ werden. Veranstaltet wird die Lange Nacht der Museen heuer bereits zum 12. Mal. Kosten tut die Hetz nicht viel, da man mit 13 Euro als Normalsterblicher dabei ist. Ermäßigte Tickets gibt es darüber hinaus für Ö1-Club-Mitglieder, Schüler, Studenten, Senioren, Menschen mit Behinderungen und Präsenzdiener. Für Kinder bis zum 12. Lebensjahr ist der Eintritt frei.
Kulturangebot für Nachtschwärmer
Gerade in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien hat die Lange Nacht der Museen ein breit gefächertes Angebot. So umfasst das dortige Angebot allein 113 teilnehmende Institutionen. Zum einen gibt es die traditionellen öffentlichen und privaten Kunst- und Kultureinrichtungen der Bundeshauptstadt. So finden sich unter den Teilnehmern die traditionellen Häuser Albertina, das Belvedere, das Heeresgeschichtliche Museum, das Kunsthistorische Museum, das Naturhistorische Museum, das Museum für angewandte Kunst, das Leopold Museum, das Lichtensteinmuseum, das Museum Moderner Kunst oder das Museum für Völkerkunde.
Klein, fein im Angebot, aber oho
Neben den zwei Dutzend traditionellen und damit bekannten Kulturstätten gibt es eine Vielzahl von kleinen, feinen Angeboten, die aber sehr oho sind. Zu nennen sind hier etwa das Altwiener Schnapsmuseum, das Bestattungsmuseum, das Circus- und Clownmuseum, der Dialog im Dunkeln, das Endoskopiemuseum, das Foltermuseum, das Geldmuseum, das Kaffeeerlebnismuseum, das Marzipan- und Demelmuseum, das Original Wiener Schneekugelmuseum, das Rauchfangkehrermuseum, das Schuhmuseum, das Theatermuseum oder das Zauberkastenmuseum. Alle diese Museen widmen sich einem spezifischen gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Sektor und kommunizieren ihn gegenüber dem interessierten Publikum.
Dritter Mann Kanal Tour und Dialog im Dunklen
Über diese sektoralen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Museumsangebote gibt es in der Langen Nacht der Museen auch Angebote für reichlich unkonventionelle Interessen. So etwa die Dritte Mann Kanal Tour. Anknüpfungsangebot ist der Film „Der Dritte Mann“. Dieser Film machte die Wiener Kanalisation in der Nachkriegszeit bekannt. Auf der Dritte Mann Kanal Tour kann man über die originale Filmtreppe aus dem Jahre 1949 hinunter ins Wiener Kanalnetz, um es dann zwei bis zweieinhalb Stunden zu bewandern. Gezeigt werden Originalschauplätze und das Innenleben des ursprünglich aus dem Jahre 1830 stammenden Entsorgungssystems. Beim Dialog im Dunkeln wiederum, beheimatet in den Räumlichkeiten des Wiener Schottenstifts erlebt man die Dunkelheit und wird durch verschiedene Lebenslagen von Blinden und Sehbehinderten geführt. Ein gelungenes Anschauungsprojekt, das auch etwas Verständnis für Menschen mit besonderen Bedürfnissen weckt.
