Am 02. Februar 2001 erreicht am Mittag europäischer Zeit der bisher wohl stärkste Zyklon seit 1918 die Nordost-Küste von Australien. Von Behördenseite wird mit dem schlimmsten Unwetter in Australien seit gut 90 Jahren gerechnet. Der Wirbelsturm der Stärke 5 wartet mit einem Durchmesser von zirka 400 Kilometern auf und trifft mit über 300 Stundenkilometern Geschwindigkeit auf die Küste von Queensland. Laut Meteorologen soll der Sturm in einem Küstenstreifen von über 700 Kilometern 24 Stunden lang aktiv sein, zudem wird mit einer Sturmflut mit meterhohen Wellen gerechnet.

Die Ministerpräsidentin von Queensland, Anna Bligh, sagte, sie sähen sich einem Sturm mit katastrophalen Proportionen in einem dicht besiedelten Gebiet ausgesetzt. Sie warnte die Bevölkerung in einer Fernsehansprache, sich nicht mit Packen aufzuhalten, sondern riet, sich möglichst schnell mit der Familie in Sicherheit zu bringen. Das Ausmaß dieses Zyklons stellt voraussichtlich auch den Wirbelsturm „Tracy“ von 1974 in ein schwaches Licht. An Weihnachten hatte dieser die Stadt Darwin verwüstet und 71 Todesopfer gefordert. Yasi soll ähnlich stark wie Katrina sein, der Hurrikan, der 2005 die US-Südküste in starke Mitleidenschaft zog.

Die Bevölkerung der betroffenen Regionen

Rund 400.000 Menschen sind von den Folgen des Unwetters betroffen. Patienten aus der betroffenen Region wurden mit Hubschraubern in entfernte Krankenhäusern evakuiert, alte Menschen waren ebenfalls bereits am Dienstag in den sicheren Süden gebracht worden. Vor der Schließung der Flughäfen brachten Sondermaschinen einen Teil der Touristen aus dem gefährdeten Landstrich. Viele Einheimische machten sich mit den eigenen PKWs auf die Flucht vor dem hereinbrechenden Zyklon und erzeugten lange Schlangen an den Tankstellen. Die Bewohner, die bleiben wollten oder mussten, sorgten beim Kauf von Notrationen für leergefegte Regale im Supermarkt.

Wer sich am Nachmittag des 2. Februars noch im Gefahrengebiet befand, wurde angehalten in den Häusern zu bleiben. Innerhalb von Privathäusern wurde das Badezimmer als sicherster Ort empfohlen. In jedem Fall sollte die Nähe zu Fenstern und Türen vermieden werden und vor einem Aufenthalt in allen Stockwerken über dem Boden wurde gewarnt. Gas und Strom sollten abgestellt werden. Laut dem NTV-Korrespondenten Niels Büngen am Mittwoch aus Townsville konnten kurz vor dem Losbrechen von Yasi die Gäste der Hotels jeweils in der Lobby Zuflucht finden. Es wurde bereits im Vorfeld mit dem Ausfall des Strom- und Handynetzes gerechnet.

Noch mehr Wasser für Queensland

Erst Anfang des Jahres 2011 kämpfte Queensland gegen die Folgen der Überschwemmungen, die riesige Flächen in der Größe von Deutschland und Frankreich unter Wasser setzten. Dieser vor wenigen Wochen entstandene Schaden liegt in Milliardenhöhe. Yasni wird nun weitere starke Niederschläge bringen.

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