Cornelia Poth-Paul

Autor
Cornelia Poth-Paul - Stephan Haas
Cornelia Poth-Paul - Stephan Haas

Zu meiner Teenagerzeit waren lange Haare, ausgefranste Jeans, Clogs, das Palästinenser-Tuch, der (Bundeswehr-)Parka (selbstverständlich ohne Emblem!) und der Hippie-Look in.

Zwischen Flokatiteppichen, Wollkraken, Prilblumen, gelb-braunen „psychedelischen“ Tapetenmustern, umhäkelten Klopapierrollen hinter der Heckscheibe und der RAF, den Olympischen Spielen in München, der GSG 9, dem § 218 und Emma, Atomkraft, nein danke, Che Guevara, Jute statt Plastik, dem Schulmädchen-Report, den Balladen von Franz Josef Degenhardt, Cat Stevens und der Musik von Birth Control bis Deep Purple, antiautoritären Kinderläden und der Ölkrise fanden heftige Auseinandersetzungen statt, aus denen „neue“ Werte und Lebenspläne hervorgingen.

Eine bunte Welt entstand mitten zwischen den alten, verkrusteten und verstaubten, konservativen Strukturen. Die Parole hieß: Freiheit, Veränderung, alternative Lebensformen. Turbulente Jahre, die Idealisten, Träumer, Aussteiger und Vegetarier bzw. Öko-Freaks hervorbrachte. Jahre, in denen man noch glaubte, alle Menschheitsprobleme lösen zu können und in denen man leidenschaftlich für mehr Demokratie und Bürgerfreiheit kämpfte. Die unbeschwerte und oberflächliche Zeit des Wirtschaftwunders war endgültig vorbei.

Und es war wichtig zu lernen, lernen und nochmals zu lernen. Nur was?

Als typisches Kind dieser Zeit konnte ich mich kaum entscheiden zwischen all den wunderbaren Möglichkeiten, die das Leben so bot. Und heute?

Nach vielen beschrittenen Wegen und Umwegen bin ich freiberuflich unterwegs: als Dozentin für Kommunikation und für Deutsch, als Journalistin für Sprache/Kommunikation und Basiswissen in Fachmagazinen für Ausbildung und Beruf. Und "nebenbei" - denn eigentlich bin ich Diplompädagogin - begleite ich Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene ein Stück auf ihrem Weg. Häufig unkonventionell, aber immer mit sehr viel Idealismus, Liebe und Humor.

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